Traar jochen

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Portraitfoto jochen Traar

geboren 1960 in Essen (D)
1979 – 1984 Akademie der Bildenden Künste Wien, Bruno  Gironcoli
1993 Artist in residence at UMAS, Durham, Ontario
1995 – 1996 MAK Schindlerstipendium, Los Angeles
1997 – 1998 Los Angeles
1999 – 2002 projektspace „friends of the night„ Vienna
seit 2002 studio in St. Veit im Jauntal, Kärnten
lebt und arbeitet in wien und kärnten

 

mehr denn je

 

ausstellungsdauer: 4. april bis 14. juni 2008

eröffnung: 3. april 2008, 19.00 uhr

 

Gut erkennbar und von weitem sichtbar beginnt die Ausstellung von Jochen Traar bereits als Intervention auf der Glasfassade der Galerie in Form von diversen Satzkombinationen der drei Wörter ART PROTECTS YOU.

 

Dieses Label hat der Künstler im Jahr 1994 erschaffen, einerseits hat die Formulierung immer wieder inhaltlichen und unmittelbar sichtbaren Werkanteil, andererseits verbirgt sich dahinter eine abstrakte Methodik, die sozusagen als Oberbegriff die gesamte künstlerische Tätigkeit Traars zusammenfasst. Doch wie und wovor will uns die Kunst beschützen? Der Künstler liefert uns ein Angebot, keine Ideologie, keine Lösung, keine Rettung, bestenfalls Schutz; bloß den Vorschlag einer Möglichkeit, die auszunutzen dem einzelnen selbst überlassen bleibt. Der Künstler kann Fragen aufwerfen, erteilt aber keine Antworten.*

 

In der Ausstellung dominieren C-Prints der in Los Angeles von 1997-98 entstandenen Serie „man made skies“. In über 600 Fotografien hat der Künstler die Kondensstreifen der Flugzeuge am Himmel eingefangen. Diese von Menschen erzeugten weißen Streifen ergeben am Blau des Himmels eine Struktur, die Traar durch die willkürliche Bestimmung des Ausschnittes quasi als Zeichnung mit immer neuer Komposition auf Fotografien festhielt.

 

Hauptarbeit der Ausstellung ist der große Computerairbrush auf Leinen "the shack" von  2007. Dieser bereits lang existierende Schriftzug repräsentiert zwei wichtige Aspekte im Traar´schen Oeuvre, einerseits die Auseinandersetzung mit einem Wort, das in diesem Fall schon vorgegeben ist  und andererseits die architektonische Gestaltung desselben, die wahrscheinlich als solche kaum wahrgenommen wird, erzeugt durch die Struktur des Wellblechs.

 

Das Werk von Jochen Traar lässt sich, sehr vereinfacht gesehen, in zwei charakteristische Werkgruppen scheiden, in Arbeiten, die im öffentlichen Raum verwirklicht werden und in jene, die sich als greifbares Artefact manifestiert.*

 

(* aus: Jochen Traar, Art Protects You, Text: Christine Wetzlinger-Grundnig „Struktur und Strategie“)

 

 

katalog

katalog

jochen traar. ART PROTECTS YOU. Ritter Verlag, dt./engl., 2006, 96 seiten, eur 35,-