Riegelnik susanne

geboren in budapest
seit 1983 laufend Ausstellungen im In- und Ausland
1993 Besuch der int. Sommerakademie für bildende Kunst in salzburg bei Hermann NITSCH
mitarbeit an mehreren Kinderbüchern
lebt in wien und kärnten
"jagd nach villach"
ausstellungsdauer: 16. november 2007 bis 9. februar 2008
eröffnung: 15. november 2007, 19.00 uhr
Susanne Rieglnik war Schülerin des Aktionisten Hermann Nitsch und extrahierte nach längerer Suche ihre eigenständige, künstlerische Identität, nämlich in der Art und Weise, wie sie ihre Städtebilder konzipiert und realisiert. Gewählt wird immer die Vogelperspektive; die einzelnen Häuser und Strassenzüge tropft sie entweder auf Papier oder Leinwand, sodass eine haptische Modulierung entsteht, die das Bild mit einer Körperhaftigkeit versieht, die ein wenig an Architekturmodelle erinnert.
Diese Bilder auszustellen erfordert natürlich nicht den Mut, den es braucht, in einem Bundesland der Jäger, Geweihe auszustellen, die künstlerisch veredelt wurden. Es wirkt fast glamurös, wie glitzernd sich die Krickerl und Geweihe präsentieren – jedoch ist der Hintergrund natürlich vielschichtiger, als oberflächlich angenommen!
Denn bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts diente die Jagd überwiegend der Fleischbeschaffung. Erst in der Folgezeit wurden die Erbeutung von Trophäen und ihre Präsentation auf Geweih- und Trophäenschauen, bevor sie schließlich einen Ehrenplatz im heimischen Wohn- oder Jagdzimmer erhielten, zunehmend wichtiger.
Jagen und Töten von Tieren gelten als elementare Rechte des Menschen. Als kulturelle Traditionen wird die Jagd vehement verteidigt und gilt vielen als unverzichtbares Kulturgut. Um das Jagen zu rechtfertigen, werden vor allem Gewohnheitsrechte und Traditionen bemüht. Die Triebtheorie des menschlichen Verhaltens erklärt, warum auch kultivierte Menschen Lust am Töten empfinden und dies nicht als einen Bruch in ihrem Erleben erfahren, das ihnen in anderen Bereichen des Lebens verbietet, zu töten oder Konflikte mit der Waffe zu lösen. Der Mensch, dessen Verhalten von Trieben gesteuert wird, erkennt in der Jagd eine Möglichkeit die Dominanzstellung zurück zu gewinnen, die er im Alltagsleben nicht erfahren kann.
Heute fehlen die Überlebenszwänge, die in früheren Zeiten das Töten gerechtfertigt haben und der Jäger wird sozial geachtet und anerkannt, trotzdem er mittlerweile ausschließlich seiner Lust und/oder Trophäengier frönt.
weitere ausstellungen von susanne riegelnik in der ma-villach:
29. oktober bis 31. Dezember 2009 | christmas special 2009
ua. mit alten peter, diem eduard, denk eva, nitsch hermann, riegelnik susanne, rienzner josie




